Umzug

Liebe Leser des Blogs „Achtsamkeit & Essen“, dieser Blog wird so nicht mehr weitergeführt. Dennoch ist das Thema „Achtsamkeit“ weiterhin für mich ein Top-Thema, jedoch nicht mehr im Zusammenhang mit Essen. Über den Tellerrand hinaus geht es nun konsequent zum Thema „Achtsamkeit im Business“. Auf meiner offiziellen Business-Facebook-Seite werde ich aktuelle Beiträge, Studien und wie gewohnt Persönliches posten. Ich freue mich über jeden Besucher: https://www.facebook.com/gesundheitneudenken – bis bald!

Advertisements

Studie: mit Achtsamkeit besser arbeiten

Achtsamkeit wird immer mehr Thema von Studien, heute habe ich eine zum Thema „Achtsamkeit im Job“ entdeckt. Die Ergebnisse: Achtsamkeit macht zufriedener, beugt der täglichen Zerstreuung und Erschöpfung vor. Und: selbst eine „informelle“ Achtsamkeit wirkt. Informelle Achtsamkeit meint das Traininieren von Achtsamkeit bei Alltagsaktivitäten wie Gehen, Essen, Trinken, Routineaufgaben…. Hier gibt es die Zusammenfassung der Studie: http://www.wirtschaftspsychologie-aktuell.de/strategie/strategie-20130327-mit-achtsamkeit-besser-arbeiten.html

Achtsamkeit zum Dessert

Eis mit OliSalzWenn Ihr Freunde, Familie oder Euch selbst mit einem interessanten Dessert nach einem schönen Essen verwöhnen wollt, habe ich etwas für Euch. Es ist ein Rezept von Jamie Oliver. Ihr braucht Bourbon-Vanille-Eis, gutes Olivenöl und Fleur de Sel. Über das Eis kommt reichlich Öl und eine gute Prise Salz. Das ist eine ganz ungewohnte Mischung aber es schmeckt fantastisch! Und weil es so ungewohnt ist, ist automatisch jeder ganz aufmerksam dabei.

Einen Türsteher engagieren

Achtsamkeit ist wie ein TürsteherKennst Du das auch? Grübeln? Ständig umherirrende Gedanken? Keine Sorge, das ist normal. Unser Geist ist wie ein kleiner Hund oder ein Affe, will überall herumschnüffeln, kann nicht stillsitzen und rennt von A nach B. Achtsamkeit kann uns dabei helfen, diesen kleinen Hund an die Leine zu nehmen und ihn zu zähmen. Neulich las ich in dem Buch „Search inside yourself“ von Chade-Meng Tan einen interessanten Vergleich. Er beschreibt Achtsamkeit und das Gewahrsein auf den Gedanken, wie einen Türsteher oder eine Wache: Eine Wache tut nichts, greift nicht ein, sondern registriert, wer kommt und wer geht, ohne zu urteilen.

Diesen Vergleich fand ich sehr anschaulich und hilfreich. Wenn wir also wieder einmal merken, dass unsere Gedanken uns an die Leine nehmen, können wir die Sichtweise einer Wache einnehmen und beobachten, welche Gedanken kommen und gehen, und wie schnell sich diese „Besucher“ auch verändern. Das kann amüsant sein – zumindest ist ja erwiesen, dass es Stress reduziert. In diesem Sinne: Das Gras ist grün, und ein Gedanke ist nur Gedanke.

Scheibenkleister

Nach einer ruhigen Blogphase melde mich aus der Sommerpause zurück… in dieser Zeit hatte ich viel Gelegenheit, mich mit dem Thema Achtsamkeit auf das „Feinste“ bzw. im Intensivkurs zu beschäftigen. Denn vor 8 Wochen hiess es mit ziemlicher Wucht „Bandscheibenvorfall“. Dieser zwang mich wortwörtlich in die Knie, gekrümmte Haltung und für Wochen in die Unbeweglichkeit und auf das Sofa. Und so beschäftige ich mich stärker denn je mit dem Thema Achtsamkeit, diesmal in Bezug auf Schmerzen und Krankheiten.

Achtsamkeit = bewusst wahrnehmen ohne zu urteilen – theoretisch. Und praktisch bei Schmerzen? Den Schmerz bewusst wahrnehmen geht ohne Probleme und mit dem Urteilen bzw. Nicht-Urteilen geht es dann schon schwieriger. Jeder Schmerzakzent wird neu bewertet, „ist das jetzt besser oder schlimmer?“ und von Hier und Jetzt überhaupt keine Spur. Ganz ehrlich: die ersten Tage voller Schmerzen wollte ich von den soften Themen und der Achtsamkeit nichts hören … Auch eine gute Erfahrung zu spüren, wie es ist, wenn nichts mehr geht und die Schmerzen so dominierend sind… Dann aber, mit ein wenig Linderung und Beruhigung durch Schmerzmittel, wurde ich wieder offener für die Achtsamkeit. Was blieb mir auch? Ich konnte nichts weiter machen, außer ruhig zu bleiben, möglichst viel zu liegen und mich vor allen Dingen zu entspannen. Und dann wurde es spannend, das eigene Kopf- und Emotionskino zu beobachten: Gedanken zur Situation (ich will nicht bewegungsunfähig sein), zur Abhängigkeit von anderen und natürlich zur Selbständigkeit und wie es beruflich weiter geht. Hier hat es mal wieder geholfen, dies einfach nur zu beobachten, zu registrieren und weiterziehen zu lassen. Hallo „Innere Antreiber!“…

Und auf der anderen Seite kamen viele andere Aspekte hinzu und haben sich intensiviert. Was bedeutet es, achtsam einen Strumpf nach dem Anderen anzuziehen? Achtsam Zähneputzen und Duschen haben ebenfalls für mich eine neue Bedeutung gewonnen und ja, auf einmal freute ich mich darüber, die Spülmaschine zuerst aus- und dann gleich wieder einzuräumen, ohne zwischendurch mit schmerzverzerrtem Gesicht mich hinzulegen. Mittlerweile geht es mir deutlich besser, der Alltag hat mich nach und nach wieder. Und ich habe auch schon wieder „gearbeitet“ – wobei auch das im Review war – ab wann ist Arbeit Arbeit? Nur wenn ich bei Kunden bin und Workshops halte? Oder gilt es auch, im Rumliegen zu reflektieren oder auch einmal nichts zu machen? Dem Gras beim Wachsen zuzuschauen? Sowohl als auch… Und darf eine Trainerin für psychische Gesundheit und Stressmanagement überhaupt einen Bandscheibenvorfall haben? Fragen über Fragen, die für interessanten Gesprächsstoff sorgen… Fakt ist: Gesundheit ist immer möglich. Auch in der Bewegungslosigkeit und Schmerzhaftigkeit. Denn wir bewegen uns immer zwischen den Polen krank und gesund … und auch wenn ein Teil krank ist, können wir mit ganz vielen anderen Teilen gesund sein! Und allein durch Gedanken und eine tiefe Atmung für Gesundheit sorgen…

Die Achtsamkeit ist für mich zumindest wieder ein Mal super. Sie hat mir geholfen, die Situation zu akzeptieren und vor allen Dingen hat sie mich zu meinem Körper und seinen Bedürfnissen zurückgebracht. Die Bandscheibe ist so gut wie verheilt, jetzt geht es „nur“ noch darum, wieder Normalität in die Bewegungsabläufe zu bekommen. Achtsamkeit als Bandscheibenkleister.

 

Das Gras ist grün.

gras_privat

Der Sommer ist da. Die Sonne scheint. Zeit, um mal wieder zu bloggen. Endlich!

Die letzten Wochen und Monate endeten kürzlich mit einem Urlaub, doch davor war ich viel in Seminaren unterwegs und habe meinen Blog ein wenig aus den Augen verloren. Doch das Thema Achtsamkeit hat mich immer begleitet! Sowohl als Seminarinhalt als auch als Lebenseinstellung und Stressmanagement-Taktik. Akzeptieren was ist, nicht dagegen ankämpfen, im Moment sein.

Ein Motto und Bild, was mich immer wieder in den Moment zurückbringt und meine Konzentration fördert ist der einfache Gedanke bzw. die Feststellung: „Das Gras ist grün.“. Daran ist nichts zu ändern, daran möchte ich nichts ändern und es ist gut so, wie es ist. Und in diesem Sinne ist eine E-Mail auch nur eine E-Mail. Wir machen sie zu mehr, wenn wir es möchten. Wir können es aber auch bei einer E-Mail belassen. Wir können uns entscheiden, wie wir unsere Energie einsetzen.

Nach der Challenge ist vor der Challenge – Fazit 30 Tage Vegan for Fit

Der Januar war vegan, siehe vorherigen Artikel. Mein Fazit: Erschreckend! Im positiven Sinne wie auch negativ. Und ja, die Challenge hat verändert.

Ja, ich hätte nie gedacht, dass ich irgendwann mal keine Lust mehr habe zu kochen. Ende Januar war es soweit. Es hat mir wenig Spaß gemacht, in der Küche zu stehen. Einfach mal Nudeln mit Pesto – welch herrliche Aussicht für Geschmacksknospen und auch den faulen Anteil in mir. Pustekuchen. Aber nun der Reihe nach.

Die 30 Tage gingen super schnell vorbei. Wir waren satt und glücklich. Rein körperlich haben wir nicht das Gefühl auf irgendetwas zu verzichten. Kein Heißhunger. Super Schlaf in der Nacht, Konzentration und Energie am Tage. Besonders die letzten 10 Tage haben wir gemerkt, dass unser Körper so richtig Luft holt und gereinigt wird. Von deutlicher Gewichtsabnahme bei meiner zweiten Hälfte (-8 kg) ohne „diätetischem Leiden“ mal ganz zu schweigen. Wie wollen wir weitermachen? Dies hatten wir offen gelassen und nicht wirklich beantwortet. Bzw. wurde uns die Frage abgenommen.

Direkt am 1. Februar Firmenveranstaltung am Abend: „Käseabend“. Super. Mein Magen rebellierte nach wenigen Bissen, zog sich zusammen. Zwei Kräutertee später war alles wieder in Ordnung. Was folgte war ein Wochenende mit den ersehnten Pasta mit Parmesan. Was folgte war eine unglaubliche Müdigkeit, schlechte Schlafqualität und eine Schwere tagsüber. Was folgte war unsere Erkenntnis: Schwere Ernährung macht schwer. Das ist mir persönlich nicht neu – theoretisch. Ganz praktisch konnte ich dies jetzt  ganz anders erfahren. Die Nahrung hat so einen großen Einfluss auf uns, wir dürfen dies nicht unterschätzen!

Was ist passiert? Aus ayurvedischer Sicht haben wir im Januar unseren Stoffwechsel (unser Agni) bestens unterstützt und es ihm leicht gemacht zu brennen. Die Gewebe und Kanäle (srotas) wurden gereinigt, alles konnte besser fließen (sowohl hinsichtlich der körperlichen als auch der mentalen Verstoffwechselung ..). Und dann kam mit dem Käseabend und dem vermeintlichen sündigem Wochenende die Feuerwehr und hat den Stoffwechsel gelöscht. Um es in ein Bild zu packen: Über ein schönes Lagerfeuer haben wir einen Eimer schmierigen Fonduekäse gekippt und das Feuer ging aus. Logisch, dass wir uns nicht gut fühlen.

Aus der Sicht der Achtsamkeit hatten unser Zell- und Magenhunger sicherlich keinen Appetit und Hunger auf die Dinge, die verboten waren. Aber unsere Emotionen! Wir wollten uns belohnen. Und wurden bitter bestraft. Denn ganz automatisch hat sich unsere Achtsamkeit für das Essen, den Geschmack, die Wirkung im Körper, verschärft. Und nein, es ist keine Erfüllung, keine wirklichen Lebensmittel auf dem Teller und auf der Zunge  zu haben.

So steht für uns fest: Wir werden auch im Februar veganer essen als wir wollten. Viel Gemüse, viele Hülsenfrüchte, frisch gekocht, viele Kräuter. Nicht dogmatisch, sondern weil es uns besser tut. Ja, es ist eine Herausforderung gut für sich zu sorgen. Wir brauchen viel mentale Stärke. Aber es lohnt sich so sehr. Und das ist es mir wert.

Drei Grundzutaten für ein gesundes Leben.

Wir brauchen „nur“ drei Grundzutaten für unser Wohlbefinden: Klarheit, Machbarkeit und Sinn. Das meint die Salutogenese nach Aaron Antonovsky. Da ich dieses Konzept sowohl in Einzelcoachings als auch in meinen Seminaren und Teamcoachings einsetze, möchte es heute ausführlich vorstellen. Zwar hat dieses Konzept auf den ersten Blick nichts mit Achtsamkeit zu tun. Doch ist eine gute Selbstwahrnehmung und Reflektion die Voraussetzung zur Anwendung der Salutogenese.

Die Weltgesundheitsorganisation definierte 1946 Gesundheit des Menschen als „ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“ (Buer & Schmidt-Lellek, 2008). Diese Definition ist vielzitiert und wirkt durch das Adjektiv “vollständig” absolut, Gesundheit damit fast unerreichbar.

Seit den 70er Jahren kennen wir das Konzept der Gesundheitsentstehung “Salutogenese” von Aaron Antonovsky. Salutogenese versteht Gesundheit als aktiven Prozess. Er beschreibt die Salutogenese als tiefes “Gefühl des Vertrauens, dass die Ereignisse unseres Lebens durch Verstehbarkeit, Beeinflussbarkeit und Sinnhaftigkeit charakterisiert sind.” sprich, wenn

  • wir verstehen und Klarheit haben, was auf uns zukommt,
  • wenn wir das Gefühl haben, unser Leben beeinflussen zu können und alle Ressourcen haben, um die anstehenden Anforderungen zu bewältigen und
  • Wenn wir letztlich einen Sinn und eine lohnenswerte Anstrengung in der Bewältigung unserer Aufgaben sehen,

genau dann fühlt sich unser Leben rund, stimmig und ja, gesund für uns an. Wir können an der Definition von Antonovsky erkennen und nachvollziehen: Gesundheit und das Gefühl der Stimmigkeit ist so individuell wie wir Menschen sind.

Und wir können sehr schnell eine Brücke zum Wohlbefinden und Stimmigkeitserleben bei der Arbeit schlagen und erkennen, wann Arbeit gesund erhält: Wenn wir zum Beispiel Klarheit über die Erwartungen an uns haben, unsere Rolle im Unternehmen klar ist, wenn ich weiß, was mich in den nächsten Wochen an Aufgaben erwartet und wenn mein Umfeld inklusive meiner Führungskraft berechenbar ist (alle Aspekte zum Thema Klarheit).

Salutogenese bedeutet keine Einbahnstraße, sprich ich warte als Mitarbeiter nicht auf meine Führungskraft, bis sie mir Klarheit verschafft, sondern ich fordere als Mitarbeiter auch Klarheit, Machbarkeit (Hey Chef, ich brauche eine Weiterbildung) und auch Sinn (Wozu soll ich das jetzt machen?) ein.

So ist das Konzept der Salutogenese in Teamentwicklungsworkshop ein super Analyse-Instrument: Was ist schon gut, was ist vorhanden, was unterstützt Klarheit, Machbarkeit und Sinn/Wertschätzung und wo mangelt es? Und wir können schauen, wo Defizite sind und was das Team alleine und zusammen mit der Führungskraft tun kann, um diese zu minimieren.

Im Einzelcoaching geht es ebenfalls zunächst um die Analyse. Dann können wir das Modell der Salutogenese nutzen, um alle drei Säulen zu stärken. Im Sinne der eigenen Gesundheit beispielsweise durch die Fragen:

  • Wozu will ich etwas für mich tun? Was ist der Sinn dabei?
  • Verstehe ich mich in meinem „Gesundheitsverhalten“, verstehe ich „Gesundheit“ oder wo benötige ich Klarheit und Transparenz?
  • Was kann ich wie tun, um mehr für mich zu tun, besser zu schlafen, besser für mich durch Ernährung zu sorgen, mich mehr zu bewegen, etc.?

Sprechen Sie mich gerne unverbindlich an, wie das Konzept Sie unterstützen kann.

Die „Vegan for Fit Challenge“: Muss es immer Leistung sein?

Vor ein paar Wochen bekamen wir ein sehr spezielles Hochzeitsgeschenk: Das Buch „Vegan for Fit“ von Attila Hildmann. Na super!? Was wollen die Geber uns hiermit sagen? Sind mein Mann und ich doch Genießer in Reinform .. Doch hatten die vielen Feiern bei uns mehr oder weniger zu offensichtlichen Folgen geführt: Neben ein paar Wohlstandskilos bei ihm fühlte ich mich mehr und mehr satt von allem, träge und übersäuert. Genussmittel wie Wein konnte ich überhaupt nicht mehr genießen. Haut und Gewebe signalisierten ebenfalls: Bald ist eine Grenze erreicht und wir werden zickig. Also waren wir auch ganz offen zueinander und dachten: Es kommt schon richtig, wir wollten eh mal eine Auszeit nehmen und uns ein wenig entgiften.

Also wieder so ein Diät-Buch, von denen ich absolut nichts halte? Etwas skeptisch blättere ich das Buch durch, lese das eine oder andere Kapitel an. Und bleibe hängen: Die Challenge fordert uns auf, 30 Tage lang vegan und so naturbelassen wie möglich zu essen (so wenig Fertigprodukte / Industrienahrung wie möglich). Kaffee und Alkohol werden nicht verboten, aber „nach ein paar Tagen habt Ihr sowieso keine Lust mehr darauf“. Die Rezepte sehen leckerst aus und erinnern mich sehr stark an die ayurvedischen Empfehlungen, die ich sehr schätze: Warme Mahlzeiten, auch gerne drei Mal am Tag, Getreidebreie morgens, abends lieber Suppen, mittags viel Substanz. Und auch die grundsätzliche Ermahnung „Immer nur essen, wenn Ihr wirklich Hunger habt“ kann ich aus Sicht der Achtsamkeit nur unterschreiben.

Aber muss es gleich so streng sein? Müssen wir es gleich challengen? Oder ist dies ein Marketingtrick, weil wir Deutsche ja ein Leistungsvolk sind und es uns beweisen müssen? Ich muss sagen, dass mich bzw. uns überzeugt hat, dass der Autor immer wieder dazu aufruft „Hey, es sind nur 30 Tage. Sagt Euch das immer wieder.“ Es geht hier nicht um eine dauerhafte, lebenslange Veränderung, sondern um ein Ausprobieren. Das macht es uns leicht. Die Argumente sind locker und leicht geschrieben und gehen hauptsächlich auf die körperlichen Aspekte ein. Zumindest sind sie so leicht verdaulich, dass mein Mann von sich aus drängt, damit doch nun im Januar direkt zu starten. Und so eine Entschlossenheit ist wichtig und wird auch vom Autor eingefordert. Also geht es los: Vorher-Bilder machen, die letzten tierischen Produkte mit mehr oder auch weniger Genuss essen und die Basisausstattung für die ersten Tage einkaufen.

Am 2. Januar geht es los. Wir sind von dem ersten Gericht (Zucchini-Bandnudeln mit Spinat und Mandelcreme) total begeistert und können unsere Gäste (sehr fleisch-fokussiert) ebenfalls überzeugen. Seit dem haben wir jeden Tag mindestens ein Gericht neu gekocht, sind pappensatt und hoch zufrieden. Sonstige Nebenwirkungen sind ebenfalls erstaunlich: deutlicher (männlicher) Gewichtsverlust, deutlich höhere Schlafqualität nachts und höhere Vitalität tagsüber, verbessertes Haut- und Gewebebild.

Zugegeben, ich war skeptisch. Denn von „jeden Tag Fleisch“ auf „vegan“ ist ein sehr großer Schritt (auch wenn es nur für 30 Tage ist) und kann für körperlichen Stress sorgen. Ich kenne meine empfindliche Konstitution und weiß, dass ich ab und an mal einen schönen Milchkaffee oder Sahne-Soßen oder auch Fleisch benötige, um mich zu erden. Daher habe ich mir auch die Option gelassen, es flexibler und weniger streng zu gestalten. Bisher war dies nicht notwendig.

Was wir aus der „Challenge“ lernen:

  • Es lohnt sich, abseits der bekannten Rezeptpfade zu kochen. Das ist nicht wirklich anstrengend, nur sehr ungewohnt. 
  • Durch die neuen Rezepte essen wir automatisch viel viel achtsamer. Wie schmecken Zucchinibandnudeln? Warum schmeckt es jetzt wie Käse obwohl kein Käse drin ist (das Auge isst mit?!).
  • Der Wert von Mahlzeiten ist anders, die Wertschätzung der Lebensmittel ändert sich.
  • Essen braucht Mut: Innerhalb der eigenen vier Wände ist es recht einfach, vegan für sich zu sorgen. In der Mittagspause oder abends im Restaurant heißt es, zu sich zu stehen und zusammen mit dem Koch nach veganen Möglichkeiten zu schauen. Das ist ungewohnt. Hier können wir wirklich üben, zu uns zu stehen und auch dann gut für uns zu sorgen.
  • Eine eigene Antwort auf die Frage „Warum mache ich das?“ hilft ungemein. Sowohl für die eigene Motivation als auch im Dialog mit anderen.
  • Die Wirkung unserer Ernährung auf uns körperlich, mental und emotional ist mir noch viel bewusster geworden.
  • Gutes Essen zu erhalten, kann im Alltag eine Challenge sein.

Und so kann ich den Geschenk-Gebern nur dankbar sein. Denn ohne Challenge hätte ich nicht so viel Neues dazu gelernt. Und ja, es ist eine Challenge, eine Herausforderung. Doch die Belohnungen lassen nicht lange auf sich warten. Leistung? Ja, es ist eine Leistung, gut für sich zu sorgen, nach Extra-Wünschen in Restaurants oder bei Freunden zu fragen. Aber es geht nicht um höher, schneller, weiter wie beim Sport. Vielmehr geht es  um die Leistung, seine eigene Nahrung zu hinterfragen und zu optimieren. Und diese können wir doch nicht hoch genug einschätzen. Denn Energie bzw. Leistung braucht Nahrung!